Was sich 2026 ändert
- Supportende: Exchange Server 2016 und 2019 sind seit Oktober 2025 ohne Support. Weiterbetrieb heisst Sicherheitsrisiko und in der Regel eine Feststellung in jeder IT-Prüfung.
- Exchange Web Services (EWS): Microsoft schaltet EWS in Exchange Online ab dem 1. Oktober 2026 schrittweise ab und entfernt es am 1. April 2027 vollständig. Anwendungen, die über EWS auf Postfächer zugreifen, etwa Archivsysteme, CRM-Anbindungen oder Scan-Lösungen, müssen auf Microsoft Graph umgestellt werden.
- Hybrid-Konfiguration: Der hybride Betrieb benötigt eine dedizierte Exchange-Hybrid-Applikation in Entra ID. Frei/Gebucht-Informationen und weitere Hybrid-Funktionen laufen künftig über Microsoft Graph und setzen Exchange Server Subscription Edition voraus.
Was regulierte Organisationen klären müssen
- Datenstandort: Postfächer eines Schweizer Tenants liegen in Schweizer Rechenzentren. Für Konzerne mit Ländergesellschaften kann Multi-Geo nötig sein.
- Aufbewahrung und Archivierung: Gesetzliche Fristen, Journaling und ein bestehendes Drittarchiv müssen in Aufbewahrungsrichtlinien von Microsoft Purview überführt oder sauber angebunden werden.
- Auslagerung: Für FINMA-beaufsichtigte Institute ist Exchange Online Teil der Auslagerung an Microsoft. Vertrag, Prüfrechte und Exit-Strategie gehören in das Projekt.
- Zugriffsschutz: Multi-Faktor-Authentifizierung, Conditional Access und das Abschalten veralteter Protokolle werden vor der ersten Migrationswelle umgesetzt, nicht danach.
- Abhängige Systeme: Multifunktionsgeräte, Fachanwendungen und Geräte, die E-Mails versenden, brauchen einen sicheren Weg für den Versand, zum Beispiel einen Relay-Dienst oder ein Konnektor-Konzept.
Hybrid oder Cutover?
| Variante | Geeignet für | Vorteil | Zu beachten |
|---|---|---|---|
| Hybrid-Migration | mittlere und grosse Organisationen | Postfächer wechseln in Wellen, Benutzer merken kaum etwas | lokaler Exchange Server SE bleibt für Verwaltung und Relay bestehen |
| Cutover-Migration | kleine Organisationen mit wenigen hundert Postfächern | einfacher Aufbau, kein Hybrid-Betrieb | alle Postfächer wechseln auf einmal, Profile müssen neu verbunden werden |
| Migration mit Drittwerkzeug | Zusammenführungen, Tenant-zu-Tenant, Fremdsysteme | flexible Zuordnung und Filter | zusätzliche Lizenzen und Prüfung des Werkzeugs |
Unser Vorgehen
- Bestandsaufnahme: Postfächer, Archive, Berechtigungen, öffentliche Ordner, Abhängigkeiten und EWS-Anwendungen erheben.
- Konzept: Zielarchitektur, Hybrid-Design, Aufbewahrung, Zugriffsschutz und Betriebsmodell festlegen.
- Vorbereitung: Identitäten synchronisieren, Hybrid einrichten, Testpostfächer migrieren.
- Migration in Wellen: mit Kommunikation an die Mitarbeitenden und Abnahme pro Welle.
- Abschluss: öffentliche Ordner und Archive überführen, alte Server stilllegen oder auf Subscription Edition reduzieren, Betrieb übergeben.
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Häufige Fragen
Brauchen wir nach der Migration noch einen Exchange Server?
In hybriden Umgebungen mit synchronisierten Identitäten bleibt meist ein Exchange Server Subscription Edition für die Verwaltung der Empfängerattribute bestehen. Ob er ganz entfallen kann, hängt von Ihrer Identitätsverwaltung ab.
Was passiert mit unserem bestehenden E-Mail-Archiv?
Wir prüfen, ob Sie das Archiv in Exchange Online und Purview überführen oder als Altarchiv mit Lesezugriff weiterbetreiben. Entscheidend sind Aufbewahrungsfristen und Zugriff im Rechtsfall.
Welche Anwendungen sind von der EWS-Abschaltung betroffen?
Alle, die Postfächer über Exchange Web Services lesen oder beschreiben. Wir erstellen eine Liste der betroffenen Anwendungen und klären mit den Herstellern den Umstieg auf Microsoft Graph.
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